Fiori, SAPUI5 & Fiori Elements – Was passt wann?


Die Qual der Wahl in der SAP-Welt

SAP bietet heute mehrere Frontend-Technologien, die alle darauf ausgerichtet sind, moderne und benutzerfreundliche Anwendungen zu ermöglichen. Genau deshalb stellt sich oft die Frage:

Welche Technologie passt wann – und für welchen Use Case?

In diesem Beitrag erhalten Sie eine strukturierte Entscheidungshilfe, mit der Sie den passenden UX-Ansatz für Ihr SAP-System finden – verständlich und praxisnah.

 

Was ist SAP Fiori eigentlich?

„SAP Fiori“ ist nicht nur ein Framework, sondern vielmehr eine UX-Strategie. Sie basiert auf den Prinzipien Einfachheit, Konsistenz und Nutzerzentrierung. Fiori beschreibt, wie moderne SAP-Anwendungen aussehen und sich verhalten sollen.

Unter dem Begriff Fiori werden zwei technische Umsetzungen zusammengefasst:

  • Fiori Elements: Ein Low-Code-Ansatz, der auf Metadaten basiert

  • SAPUI5: Ein flexibles UI-Framework für individuelle Anforderungen

Beide Technologien halten sich an die Fiori Designrichtlinien – allerdings auf unterschiedliche Weise. Ziel ist es immer, Geschäftsprozesse effizient, intuitiv und konsistent abzubilden, unabhängig vom Gerät oder der Rolle des Nutzers.

Profitieren Sie von unserem umfassenden Fachwissen über SAPUI5 und Fiori.

Die drei Ansätze im Überblick

1. SAPUI5

Ein JavaScript-basiertes Framework mit viel Flexibilität. Ideal für individuelle, komplexe Anforderungen. Entwickler:innen erhalten volle Kontrolle über Struktur, Logik und Verhalten der Anwendung.

2. Fiori Elements

Ein deklarativer Low-Code-Ansatz, bei dem die UI automatisch aus OData-Anmerkungen generiert wird. Damit lassen sich Anwendungen besonders schnell und standardkonform umsetzen. Die Lösung spart Entwicklungszeit und bleibt dabei upgradefähig.

3. Freestyle Fiori

Oft synonym mit SAPUI5 verwendet. Freestyle Fiori bezeichnet Anwendungen ohne Templates. Der Vorteil: maximale Kontrolle über das UI. Der Nachteil: hoher Entwicklungsaufwand und mehr Know-how-Anforderungen, insbesondere in größeren Projekten.

KRITERIUM FIORI ELEMENTS SAPUI5/FREESTYLE
Entwicklungsaufwand Niedrig Hoch
Flexibilität Mittel (über Extensions) Sehr hoch
Upgrade-Fähgikeit Sehr gut Abhängig vom Code
Clean Core Optimal Nur mit Disziplin
Speed-to-Value Hoch Geringer
Zielgruppe Standardprozesse, Business Apps Komplexe Anforderungen, Custom UX

Ein Aspekt, der oft übersehen wird: die Erfahrung im Team. Fiori Elements lässt sich auch mit geringerem Entwicklungs-Know-how effizient einsetzen.

SAPUI5 hingegen erfordert tiefere JavaScript-Kenntnisse, ein gutes Testkonzept und ein solides Verständnis von SAP UX-Standards.

Wan wähle ich was ?

Fiori Elements

  • Sie viele ähnliche Anwendungen benötigen (z. B. List Reports)

  • Clean Core ein zentrales Ziel Ihrer Architektur ist

  • Sie standardisierte Prozesse schnell und wartbar abbilden wollen

  • Externe Partner involviert sind oder kleinere Teams entwickelt

SAPUI5/Freestyle

 

  • Sie komplexe Benutzerinteraktionen benötigen

  • Das Design vollständig frei gestaltet werden soll

  • Sie bestehende Frameworks oder Bibliotheken integrieren möchten

  • Innovation im Vordergrund steht (z. B. Drag-and-Drop, Realtime-Daten, Custom Controls)

 

CloudDNA Expertentipp

Das Beste aus beiden Welten: Das Flexible Programming Model

Ein wichtiger Punkt: Sie müssen sich nicht zwingend für eines von beiden entscheiden.

Mit dem Flexible Programming Model von SAP lassen sich Fiori Elements und SAPUI5 kombinieren – in einer Lösung.

Das bedeutet:

  • Nutzung der Vorteile von Metadaten-basiertem Design

  • Erweiterbarkeit durch gezielte Freestyle-Komponenten

  • Gleichzeitige Einhaltung des Clean Core Prinzips

Besonders bei komplexen Apps oder hybriden Prozessen entsteht so eine zukunftssichere Lösung, die Standardisierung und Flexibilität verbindet.

FAZIT

Der Mix macht’s

 

In der Praxis zeigt sich: Viele Unternehmen setzen auf eine Kombination.

  • 80 % Fiori Elements – für Standardisierung und Skalierbarkeit
  • 20 % SAPUI5 – für individuelle Spezialanwendungen

Wichtig ist:
Die Wahl der Technologie sollte Teil Ihrer Gesamtstrategie sein – nicht eine Einzelentscheidung im Projekt. Denn sie beeinflusst langfristig Wartbarkeit, Schulungsbedarf, Projektlaufzeiten und die technische Upgrade-Fähigkeit.

UX Strategie Consulting

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