SAP Sapphire 2026: Die wichtigsten Ankündigungen für DACH-Kunden

SAP Sapphire 2026: Die wichtigsten Ankündigungen für DACH-Kunden

Teil 2 unserer Sapphire-2026-Serie.

Drei Tage Orlando, gefühlt vierzig Ankündigungen, ein neuer Strategie-Begriff im Halbstundentakt. Wer die Keynote live verfolgt hat oder sich danach durch das SAP News Center und die Analystenberichte gearbeitet hat, kennt das Phänomen: Am Ende bleibt das Gefühl, jeder einzelne Punkt sei wichtig — und dass man trotzdem nicht so recht weiß, wo man als Architekt oder IT-Verantwortliche zuerst hinschauen soll.

Dieser Beitrag versucht eine Sortierung. Welche Ankündigungen der SAP Sapphire 2026 erzeugen strategischen Druck, welche sind interessant, aber noch nicht eilig, und welche darf man getrost als Marketing-Lametta abräumen?

Der große Rahmen: SAPs neue Erzählung vom Autonomous Enterprise

Christian Klein eröffnete die Keynote mit einer Frage, die durchaus programmatisch gemeint war: Wird SAP in Zukunft noch ein Softwareunternehmen sein? Joule selbst antwortete am Ende der Show, SAP werde ein Business-AI-Unternehmen. Das ist Marketing, klar, aber die Inszenierung hat einen ernsthaften Kern. SAP positioniert sich nicht mehr als ERP-Suite mit AI-Features obendrauf, sondern als agentische Plattform, deren Wert in der Orchestrierung von Agenten über Daten, Prozesse und Branchen entsteht.

Zwei neue Plattform-Schichten tragen diese Erzählung. Die SAP Business AI Platform vereint BTP, Business Data Cloud und SAP Business AI in einer Schicht. Was das im Detail für die BTP bedeutet, haben wir im ersten Teil der Serie ausführlicher behandelt. Die SAP Autonomous Suite ist die operative Konsequenz: Agenten nicht mehr als Add-on, sondern direkt in den bestehenden Business Apps für Finance, HR, Procurement, Supply Chain und CX. Ergänzt wird das durch einen neuen User-Interaktionslayer namens Joule Work, der als Web-Client, Mobile- und Desktop-App ausgeliefert wird.

Mario Defelipe hat in seiner Sapphire-Analyse eine präzise Beobachtung gemacht, die das Verständnis dieser Plattform-Schicht schärft: SAP übernimmt mit der Business AI Platform die Drei-Schichten-Architektur von Palantirs AIP-Foundry — Build, Context und Governance — einschließlich des Vokabulars. „A single semantical data layer“ ist direkt aus Palantirs Produktliteratur entliehen, der Knowledge Graph spielt die Rolle, die bei Palantir die Ontology spielt. Das ist kein Zufall, sondern die kommerziell vernünftigste Antwort, die SAP geben konnte: eigene Stärke (das institutionelle Gedächtnis der Geschäftsprozesse) auf eine Architektur legen, die in der Praxis nachweisbar funktioniert. Wer den Sapphire-Announcements einen analytischen Rahmen geben will, bekommt mit dieser Lesart eine deutlich klarere Linse als mit dem offiziellen Marketing-Vokabular.

So weit der Rahmen. Spannend wird es, wenn man die einzelnen Bausteine anschaut.

Joule Studio 2.0: Aus der Copilot-Story wird Agent-Engineering

Die wichtigste Entwickler-Ankündigung kommt nicht überraschend, hat aber mehr Substanz als das übliche „AI-everywhere“-Geraune. Joule Studio 2.0 ist eine No-Code- und Pro-Code-Umgebung für die Entwicklung eigener Agenten. In der Keynote-Demo identifizierte ein sogenannter Process Consulting Agent ein Pricing-Problem mit knapp 24 Millionen Dollar Margen-Auswirkung, schlug daraufhin einen Pricing-Validation-Agent vor und generierte für diesen eigenständig ein Product Requirements Document, technische Specs und die Workflow-Logik. General Availability ist ab Juni 2026 geplant.

Ehrlich eingeordnet: Joule Studio v1 kennen viele schon, die Patterns sind nicht radikal neu. Die wichtige Verbesserung sitzt im Reasoning des Build-Prozesses selbst, nicht in der Runtime der fertigen Agenten. Für Partner und Custom-Development ist das ein echter Effizienzhebel — wenn der Process Consulting Agent in der Praxis hält, was er in der Demo verspricht. Für Endkunden ist es vorerst ein Versprechen.

Joule Work mit lokaler Desktop-App: Die unterschätzte Ankündigung

Joule Work bekommt eine Desktop-App, die lokal auf dem Anwender-Rechner läuft und auf Dateien und Anwendungen am Desktop zugreifen kann. Damit lassen sich Aufgaben delegieren wie „analysiere diese drei Quartalsreports im Downloads-Ordner und entwirf eine Management-Summary“.

Das klang in der Keynote unspektakulär, ist aber strategisch relevant. Microsoft Copilot arbeitet seit über einem Jahr daran, diese Lücke zwischen lokalen Dateien und cloud-basiertem Unternehmenskontext zu schließen. Wenn SAP hier mit einer lokal laufenden App in den Markt kommt, die SAP-Datenkontext und User-Files in einem Workflow zusammenführen kann, ist das ein Differenzierungspunkt — und für regulierte Branchen, die ungern alle Daten in die Cloud heben, sogar eine echte Lösungsoption.

Anthropic-Partnerschaft: Claude wird primäres Reasoning-Modell

Die spektakulärste Partnerschafts-Ankündigung der Sapphire 2026 ist die Kooperation mit Anthropic. Claude, Anthropics großes Sprachmodell, wird in Joule und die Joule Agents eingebettet und übernimmt Reasoning-Aufgaben in Finance, HR, Procurement und Supply Chain. Anthropic und SAP wollen außerdem gemeinsam Custom-Agenten für regulierte Branchen entwickeln, namentlich für Public Sector, Healthcare, Education, Life Sciences und Utilities.

Was diese Ankündigung für die Modellstrategie bedeutet, sollte jeder SAP-Architekt verstanden haben: SAP ist jetzt explizit multi-foundational. Neben Claude bleiben Microsofts Copilot-Stack, SAPs hauseigenes RPT-1-Modell sowie Mistral und Cohere als sovereign Optionen. Für Kunden ist das gut, weil es Wahlfreiheit schafft. Für Marketing-Klarheit ist es schlecht, weil künftig in jeder Architektur-Diskussion die Frage steht, welches Modell für welchen Use Case zum Einsatz kommen soll.

NVIDIA OpenShell: Endlich eine Antwort auf die Governance-Frage

NVIDIAs OpenShell wird als Trusted Runtime und Governance-Layer über die gesamte Autonomous Suite gelegt. Die Software kontrolliert Datenzugriffsrechte und die Ausführungsumgebung von Agenten und soll verhindern, dass Agenten sensible Daten leaken oder außerhalb ihres autorisierten Scopes operieren.

Diese Ankündigung ist wichtiger, als sie sich liest. Sie ist die Antwort auf eine Frage, die in jedem Architektur-Workshop kommt: Wie verhindern wir, dass ein Agent halluziniert und falsche Buchungen anlegt? OpenShell ist technisch substanziell, allerdings hängt die Wirksamkeit am konkreten Setup. In der Praxis wird das zwangsläufig ein Beratungsthema. Governance-Regeln müssen definiert, Berechtigungen modelliert und Audit-Trails sichergestellt werden. Wer glaubt, OpenShell sei out-of-the-box compliance-fertig, wird in den ersten Audits eine unschöne Überraschung erleben.

Clean Core Certification Programme: Das wichtigste Signal an Partner

SAP führt ein formales Zertifizierungsprogramm für BTP-Extensions ein. Zertifizierte Extensions erhalten eine Upgrade-Kompatibilitäts-Garantie über drei S/4HANA-Cloud-Releases. Das ist auf den ersten Blick eine bürokratische Detailmeldung. Auf den zweiten Blick ist es das wichtigste Sapphire-Signal an alle, die im SAP-Ökosystem entwickeln.

Clean Core wird damit von einem Architektur-Prinzip zu einer kommerziellen Anforderung. Wer BTP-Extensions ohne Clean-Core-Disziplin baut, akkumuliert künftig nicht nur technische Schuld, sondern verliert auch die offizielle Upgrade-Garantie. Für seriöse Engineering-Partner ist das Rückenwind. Für die „wir-schreiben-noch-schnell-einen-User-Exit“-Fraktion wird die Luft dünner.

Sovereign-Erweiterungen: EU AI Cloud, Mistral, Cohere, BDC Deutschland

SAP hat mehrere Bausteine seiner Souveränitäts-Story präzisiert. Mistral ist auf der SAP Business AI Platform allgemein verfügbar, Cohere North folgt im Juni 2026. Die SAP Business Data Cloud läuft ab Juni in einem Azure-Datacenter in Deutschland — bis Jahresende sollen 13 BDC-Regionen weltweit verfügbar sein. Die EU AI Cloud als sovereign Deployment-Option wird weiter ausgebaut.

Die ehrliche Einordnung: SAPs eigene Sovereign-Story wird konkreter, schließt aber die Lücke für vollständig regulierte Setups nicht. Joule und der GenAI Hub bleiben Public-Cloud-zentriert. Wer in der öffentlichen Verwaltung, im Banking oder im Healthcare-Umfeld unterwegs ist, braucht weiterhin eine eigene Souveränitäts-Strategie. Das ist Thema im dritten Teil dieser Serie.

MCP-Server über SAP API Management: Der unscheinbare Game Changer

Eine technische Detailankündigung mit großen Implikationen. SAP API Management kann künftig nicht nur klassische OData-Services exposieren, sondern auch MCP-Server (Model Context Protocol). Diese sind konsumierbar in Microsoft Copilot Studio und anderen Agent-Frameworks.

Das ist die offizielle Brücke zwischen S/4HANA-Daten und externen AI-Agenten. Bisher mussten Architekten mit Custom-Adaptern arbeiten oder eigene API-Layer bauen. Ab jetzt ist der Pfad SAP-Standard. Für hybride Architekturen, also interne S/4-Daten plus externe Agenten, ist das ein echter Meilenstein und einer der wenigen Punkte, die ich auf der Sapphire 2026 wirklich neu fand.

Die kurze Roadmap: Was zählt, was warten kann

Wenn ich die Ankündigungen sortiere und nur das aufschreibe, was ich einem DACH-Kunden in der nächsten Q3-Planung empfehlen würde, kommen drei Themen ganz nach vorne: das Clean Core Certification Programme, weil es die Extension-Strategie direkt beeinflusst. MCP über SAP API Management, weil es hybride Agent-Architekturen erst seriös ermöglicht. Und die Sovereign-Optionen, also Mistral, Cohere und die EU AI Cloud, falls der Kunde in einer regulierten Branche unterwegs ist.

Mittelfristig relevant, aber noch nicht eilig, sind die Autonomous Suite, deren Rollout in DACH erst ab der zweiten Jahreshälfte 2026 spürbar wird, der AI Agent Hub für große Multi-Vendor-Estates und die Joule Work Desktop-App, die ohnehin erst H2 2026 in GA geht.

Was man getrost noch ignorieren darf: „Autonomous Enterprise“ als Begriff, solange keine konkreten KPIs dahinter stehen. „Company Memory“ als Konzept, das bisher mehr Vision als Produkt ist. Und alle generischen Agent-Demos ohne Branchenkontext.

Fazit

Die Sapphire 2026 hat ungewöhnlich viele substanzielle Ankündigungen gebracht. Subjektiv mehr als die letzten zwei Sapphires zusammen. Die größte Herausforderung für SAP-Kunden ist nicht, die Neuerungen zu verstehen, sondern zu sortieren, was strategischen Druck erzeugt und was Hintergrundrauschen bleiben darf.

Drei Themen verdienen die nächsten 90 Tage Aufmerksamkeit. Den Rest kann man mit der nächsten Roadmap-Iteration mitnehmen.


Nächster Schritt

Welche Sapphire-Themen gehören auf deine Roadmap?

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Im dritten Teil unserer Serie schauen wir uns an, was die Sapphire-Ankündigungen für Unternehmen bedeuten, die SAP-Daten nicht oder nur eingeschränkt in die Public Cloud heben dürfen — und welche AI-Architekturen für On-Premise- und souveräne Setups jetzt möglich werden.

Ist SAP BTP nach der Sapphire 2026 tot? Eine ehrliche Einordnung

Ist SAP BTP nach der Sapphire 2026 tot? Eine ehrliche Einordnung

Teil 1 unserer Sapphire-2026-Serie.

Seit letztem Donnerstag beantworte ich diese Frage gefühlt jeden Tag mehrfach. Am Telefon, in Slack, beim Kaffee mit einem IT-Leiter Die SAP Business Technology Platform, kurz BTP, sei jetzt offiziell beerdigt worden. Christian Klein habe das auf der Sapphire in Orlando angekündigt. Stimmt das?

Kurz: Nein. Lang: Es ist komplizierter, und wer als SAP-Architekt jetzt nicht genau hinschaut, verpasst eine strategische Verschiebung, die in den nächsten zwölf Monaten alles verändert, was man heute über BTP sagt.

Was Christian Klein in Orlando wirklich angekündigt hat

Auf der Sapphire 2026 stellte SAP die SAP Business AI Platform vor. Diese neue Plattform-Schicht vereint nach SAPs eigener Lesart die Business Technology Platform, die Business Data Cloud und SAP Business AI in einer einzigen, governance-fähigen Umgebung. Im Zentrum sitzt der SAP Knowledge Graph als gemeinsamer Kontext-Layer für alle Agenten.

Aus dieser Konstellation ist in den Stunden nach der Keynote ein hartnäckiges Missverständnis geworden. Die Lesart „BTP wurde gekillt“ zirkuliert nicht nur in den Kommentarspalten unter den SAP-Influencer-Posts auf LinkedIn, sondern auch in Vorstandsterminen, in denen ich diese Woche saß. Das Missverständnis ist verständlich, und es ist falsch.

SAP hat BTP nicht abgeschafft, sondern unter eine Marketing-Schicht gelegt

Wer länger im SAP-Umfeld unterwegs ist, kennt das Muster. HANA Cloud Platform wurde zur SAP Cloud Platform, die Cloud Platform wurde zur Business Technology Platform. Jedes Rebranding hat die Plattform größer und die Marke schärfer gemacht, ohne dass sich technisch grundlegend etwas geändert hätte. Die Sapphire-Ankündigung folgt demselben Muster, nur diesmal mit einem AI-Anstrich. Das ist nicht schlimm, sondern branchenüblich. Aber man sollte es als das benennen, was es ist: Repositionierung, nicht Ersatz.

Drei Punkte machen das deutlich. Erstens hat SAP auf der Sapphire 2026 weiterhin einen eigenen BTP-Track laufen, neben sechzehn weiteren Tracks von Business AI bis Industries. Eine Plattform, die in Rente geschickt wird, bekommt keine eigene Session-Reihe mit Roadmap-Updates. Zweitens läuft die viel beworbene AI Foundation, in der Joule, Joule Studio, der Generative AI Hub, Document AI und der Knowledge Graph zusammenkommen, technisch auf BTP. Auch die neuen Highlights wie Joule Studio 2.0 oder der AI Agent Hub sind BTP-Services unter neuer Vermarktung. Drittens, und das ist mir wichtig, lesen die großen Analystenhäuser die Ankündigung übereinstimmend als Konsolidierung. Forrester spricht explizit von einer Bündelung von achtzehn Monaten M&A und Produktentwicklung in eine integrierte Vision, Constellation Research und ERP Today argumentieren ähnlich.

Die strategisch relevante Verschiebung: BTP verliert seinen Brand-Status

Was sich tatsächlich verschoben hat, ist nicht die Technologie, sondern die Hierarchie der Begriffe. Vor der Sapphire 2026 war BTP die Antwort auf die Frage, wo man seine SAP-Extensions baut. Nach der Sapphire 2026 lautet die offizielle Antwort: auf der Business AI Platform, die übrigens BTP enthält. BTP rückt damit von der Frontstage zur Foundation. Vom Produkt, das man kauft, zur Infrastruktur, die niemand mehr explizit nennt.

Dieses Muster gibt es überall in der Plattform-Ökonomie. AWS verkauft heute keine EC2-Instanzen mehr als Hero-Story, sondern Bedrock, SageMaker, Q. EC2 ist der Backbone, niemand stellt es in Frage, niemand redet aktiv darüber. Was zur Foundation wird, verschwindet aus dem Buying-Prozess. Für BTP heißt das: Die Technologie bleibt unverzichtbar. Die Marke wird unsichtbar.

Mario Defelipe hat das in seiner Sapphire-Analyse noch schärfer formuliert. Er liest die Business AI Platform explizit als SAPs Versuch, das Architektur-Playbook von Palantir Foundry zu übernehmen — eine Drei-Schichten-Struktur aus Build, Context und Governance, mit dem Knowledge Graph als Ontology-Äquivalent. Die Lesart stützt das, was ich oben argumentiert habe: BTP wird nicht ersetzt, BTP wird in eine größere Architektur eingebettet, die strategisch deutlich mehr Ambition hat als die ERP-Plattform der letzten Jahre.

Was das für deine SAP-Strategie konkret bedeutet

Für die technische Roadmap ändert sich erstmal wenig. Wer heute BTP-Services nutzt, also die Integration Suite, SAP Build, die Work Zone, Cloud Identity oder AI Core, nutzt sie nach dem Rebrand weiter. Bestehende Subskriptionen bleiben gültig, bestehende Extensions bleiben upgrade-safe. Der Knowledge Graph und Joule Studio 2.0 kommen als zusätzliche Services dazu, nicht als Ersatz für etwas Bestehendes.

Sprachlich ändert sich allerdings einiges. Wer in einem Architektur-Board „wir bauen das auf BTP“ sagt, klingt ab Mitte 2026 wie jemand, der noch von „HANA Cloud Platform“ spricht. Technisch nicht falsch, aber aus der Zeit gefallen, und in einem Pitch-Kontext schadet das. Die Sprache der nächsten zwölf Monate wird sich an SAPs Marketing anpassen, ob man will oder nicht: Business AI Platform, Autonomous Suite, Knowledge Graph, Agent Hub.

Die offene Flanke sind die Lizenzmodelle. SAP hat auf der Sapphire nicht klargestellt, wie BTP-Services künftig kommerziell verpackt werden. Eigenständig, gebündelt mit der Business AI Platform, als Add-on zu RISE oder GROW? Das war in keiner Keynote zu sehen. Wer in der zweiten Jahreshälfte 2026 Verträge erneuert oder erweitert, sollte das Q3-Pricing-Sheet abwarten und mit dem Account Executive beide Optionen rechnen lassen.

Was wir bei CloudDNA daraus ziehen

In den letzten  Tagen haben wir unsere Sales-Materialien einmal komplett durchgesehen. Drei Anpassungen stehen jetzt auf unserer Liste.

Wir reden in Kundenterminen nicht mehr nur von „BTP“, sondern von „Clean Core Engineering auf der SAP Business AI Platform, BTP-basiert“. Das ist sperriger und auf den ersten Blick weniger schlank, aber präziser und anschlussfähig an die Sprache, die SAP-interne Architekten 2026 verwenden werden. Außerdem haben wir Joule Studio 2.0, den Knowledge Graph und den AI Agent Hub auf unsere Skill-Roadmap genommen. Wer Agent-Engineering heute nicht im Toolkit hat, baut ab 2027 nur noch klassische Side-by-Side-Extensions — ein kleineres Marktsegment, in dem die Margen sinken werden.

Der für uns wichtigste Punkt: Clean Core wird wichtiger, nicht kleiner. SAP hat auf der Sapphire ein Clean Core Certification Programme angekündigt, mit einer Upgrade-Kompatibilitäts-Garantie über drei S/4HANA-Cloud-Releases. Das ist exakt das Versprechen, das wir unseren Kunden im Burgenland und in der gesamten DACH-Region seit Jahren geben. SAP institutionalisiert damit, was bisher Methodik und Disziplin engagierter Engineering-Boutiquen war. Für seriöse Partner ist das Rückenwind, kein Wettbewerb.

Fazit

BTP ist nicht tot. BTP wurde befördert, vom sichtbaren Produkt zum unsichtbaren Fundament. Technisch ist das gut für alle, die heute auf BTP setzen. Strategisch ist es herausfordernd für alle, deren Positionierung sich an der Marke BTP festhält.

Für SAP-Kunden in DACH heißt das: weiter bauen, aber die Sprache und das Vokabular der nächsten zwölf Monate aktiv mitgestalten. Wer „Business AI Platform“ sagt und dabei BTP-Architektur denkt, hat verstanden, was sich auf der Sapphire 2026 wirklich verschoben hat.


Nächster Schritt

Was bedeutet die neue SAP-Architektur konkret für dich?

In 30 Minuten gehen wir deine bestehende BTP-Architektur gegen die neue SAP Business AI Platform durch und liefern dir eine konkrete Roadmap-Skizze für die nächsten zwölf Monate. Unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, mit klarer Empfehlung am Ende.


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Oder erst mehr über Clean Core Engineering bei CloudDNA erfahren →

Im zweiten Teil unserer Sapphire-Serie ordnen wir die wichtigsten Ankündigungen der Konferenz ein und sortieren, was Marketing-Lametta ist und was strategischen Druck erzeugt.