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Früher oder später treffen sie sich alle im Projektmeeting: der CIO, der unbedingt „agil und zukunftssicher“ sein will, und der SAP-Entwickler, der weiß, dass unter der Haube noch ein Z-Programm tickt, das aus 2001 stammt. Beide haben das gleiche Ziel – Innovation – aber unterschiedliche Vorstellungen, wie man dorthin kommt. Genau hier beginnt die Geschichte von SAP Clean Core.

In diesem Artikel erklären wir, was sich wirklich hinter dem Begriff verbirgt – und warum es für Entwickler, Architekten und CIOs gleichermaßen ein Thema ist, an dem keiner mehr vorbeikommt.

Was ist SAP Clean Core?

SAP Clean Core bedeutet: Der SAP-Standard bleibt unverändert und unangetastet. Keine Modifikationen an SAP-Objekten, keine eigenmächtigen Anpassungen, die zu Problemen bei System-Updates oder Migrationen führen. Stattdessen erfolgt jede Erweiterung über dafür vorgesehene offizielle Erweiterungsmechanismen wie In-App Extensions, User Exits oder Side-by-Side-Architekturen auf der SAP Business Technology Platform.

Was bedeutet eine Modifikation in der Praxis? Eine Modifikation liegt vor, wenn Entwickler den SAP-Standardcode direkt ändern, also zum Beispiel Programme, Funktionsbausteine oder Tabellenstrukturen anpassen, überschreiben oder erweitern, ohne dafür vorgesehene Erweiterungspunkte zu nutzen. Solche Änderungen sind nicht updatesicher: Bei einem Upgrade überschreibt SAP den Standardcode, sodass jede Modifikation neu eingebracht oder angepasst werden muss. Das führt zu hohem Wartungsaufwand, erhöhtem Fehlerpotenzial und erhöhten Betriebskosten.

Ein Clean Core strebt danach, SAP-Systeme so zu gestalten, dass sie dauerhaft updatefähig, cloud-kompatibel und kosteneffizient bleiben.

In der Praxis heißt das: Alle individuellen Anpassungen werden sorgfältig über eigene Erweiterungsschichten implementiert, ohne dass der Kern des SAP-Systems selbst verändert wird. Das reduziert Komplexität, vermeidet technische Schulden und öffnet den Weg für schnellere Innovationszyklen.

Früher: Alles, was im SAP-Standard nicht passte, wurde angepasst oder überschrieben.

Heute: Die Philosophie heißt: „Wenn du den Standard nicht magst, erweitere ihn – aber fass ihn nicht an.“

Warum „Clean“? Weil ein unveränderter Kern weniger Wartung erfordert, schneller aktualisierbar ist und technische Schulden massiv reduziert.

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Unsere Kurse behandeln die Themen SAP® Fiori, SAP® BTP, SAP® Full Stack, SAP® Integration uvm.

Die 5-teilige Blogserie der CloudDNA Experten zum Clean Core

Unsere Mission bei CloudDNA: Wir unterstützen Unternehmen dabei, genau das zu erreichen — mit klarer Strategie, praxiserprobten Methoden und einer Leidenschaft für schlanke, effektive Architekturen.

Doch was genau steckt hinter dem Begriff Clean Core? Warum ist er heute ein Muss für jede SAP-Roadmap? Und wie gelingt der Weg dorthin in der Praxis?

Genau diesen Fragen widmen wir uns in unserer neuen 5-teiligen Blogserie. Darin führen wir Sie Schritt für Schritt durch alle wichtigen Aspekte — praxisnah, verständlich und mit vielen konkreten Tipps.

Hier ein Überblick über die Serie:

Teil 1: Warum Clean Core kein Nice-to-have, sondern ein Muss ist
Warum Unternehmen, die jetzt nicht handeln, massive Nachteile riskieren — und wie Clean Core Ihre Innovationsfähigkeit sichert.
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Teil 2: Die Clean Core-Architektur verstehen: RAP, CAP, BTP & Co.
Ein kompakter Einstieg in die technologischen Grundlagen moderner SAP-Architekturen.
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Teil 3: Erfolgreich zu Clean Core migrieren: Greenfield, Brownfield, Selective Transformation
Welche Migrationsstrategie passt zu Ihrem Unternehmen? Wir zeigen Ansätze und Entscheidungsgrundlagen.
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Teil 4: Praxisbeispiele: Erweiterungen in S/4HANA, S/4HANA Cloud und SuccessFactors richtig umsetzen
Realistische Use Cases, bewährte Patterns und echte Best Practices.
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Teil 5: Die Clean Core-Reise absichern: Governance, Tools und Change Management
Wie Sie Ihr Ziel nachhaltig sichern und typische Stolperfallen vermeiden.
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Warum ist Clean Core wichtig?

Stellen wir uns eine typische Projektszene vor:

Im Projektraum sitzen der CIO, der SAP-Architekt und der Lead-Entwickler zusammen. Der CIO schaut auf die Roadmap und fragt: „Wann können wir das nächste SAP-Release einspielen, damit wir die neuen Innovationen wie KI-gestützte Prozesse nutzen können?“

Der SAP-Architekt runzelt die Stirn: „Theoretisch sofort, praktisch müssen wir vorher unsere 173 Modifikationen prüfen und anpassen.“

Der Entwickler ergänzt trocken: „Und ein Drittel davon haben wir gar nicht sauber dokumentiert.“

Genau hier wird klar, warum Clean Core heute so wichtig ist. Es geht nicht nur um Technologie – es geht um Geschwindigkeit, Innovation und Überlebensfähigkeit.

Aus CIO-Sicht:

  • Schnellere Innovation dank übernahmefähiger SAP-Updates ohne mühsame Reimplementierung von Altanpassungen.

  • Planbare, deutlich niedrigere Kosten bei Wartung und Upgrades.

  • Strategische Zukunftssicherheit, insbesondere für Cloud-Modelle wie RISE with SAP.

Aus Entwickler- und Architektensicht:

  • Klar definierte Erweiterungspunkte statt fragiler Workarounds.

  • Nutzung moderner Technologien wie SAP BTP Extension Suite, Steampunk und Event-Driven Architectures.

  • Fokus auf nachhaltige, wartbare Lösungen statt Flickenteppich-Programmierung.

Kurz: Clean Core ist kein kurzfristiger Trend – es ist das Fundament für eine agile, zukunftsfähige SAP-Strategie.

Clean Core im Alltag: Beispiele

Ein sauberes System klingt in der Theorie gut – aber wie sieht das im echten Projektleben aus? Genau hier zeigt sich, wie gravierend der Unterschied zwischen klassischen Modifikationen und modernen Erweiterungen sein kann. Wer Clean Core praktiziert, legt das Fundament für stabile Updates, schnelle Innovationen und geringere Betriebskosten. Zwei kurze Beispiele aus der Praxis verdeutlichen das:

Negativbeispiel:

  • Ein Kunde ändert SAP-Standard-Programme direkt im System, um ein individuelles Feld einzubauen. Ergebnis: Bei jedem Upgrade muss diese Änderung manuell angepasst werden.

Positivbeispiel:

  • Ein Kunde nutzt Custom Fields and Logic in S/4HANA oder baut eine Erweiterung auf der SAP BTP über eine Side-by-Side-App. Ergebnis: SAP-Standard bleibt sauber, Updates laufen problemlos.

Mini-Story: Im Meeting sagt der CIO stolz: „Wir haben das jüngste S/4HANA Upgrade an einem Wochenende durchgezogen.“ Der Entwickler nickt überraschend zustimmend – weil sie auf Clean Core gesetzt haben.

Wege zum Clean Core

Ein moderner Weg zum Clean Core führt auch über neue Programmiermodelle wie RAP (RESTful ABAP Programming Model) und CAP (SAP Cloud Application Programming Model). Diese Modelle ermöglichen es, Erweiterungen strukturiert, zukunftssicher und strikt außerhalb des SAP-Standards umzusetzen. RAP wird direkt im S/4HANA-Umfeld genutzt, um Services und Erweiterungen innerhalb des ABAP-Stacks sauber aufzubauen. CAP hingegen bietet eine flexible Möglichkeit, Erweiterungen auf der SAP BTP zu entwickeln, besonders für hybride und Cloud-First-Szenarien.

Beispiele:

  • S/4HANA On-Premise: Erweiterungen werden über RAP entwickelt und über definierte Extension Points eingebunden.

  • S/4HANA Cloud: Hier sind nur In-App Extensions und Side-by-Side-Entwicklungen erlaubt. CAP-basierte Anwendungen auf SAP BTP sind der empfohlene Weg.

  • SAP SuccessFactors: Erweiterungen erfolgen über die SAP BTP Extension Suite, oft unter Nutzung von CAP, um eigene Apps und Integrationen aufzubauen, ohne den SuccessFactors-Standard zu verändern.

Den Weg zu einem Clean Core gibt es nicht von heute auf morgen – er ist eine bewusste Entscheidung und eine strategische Reise. Ob bei der Neueinführung eines Systems oder der Modernisierung einer bestehenden SAP-Landschaft: Unternehmen haben verschiedene Ansätze, um den SAP-Standard zu bewahren und trotzdem individuelle Anforderungen zu erfüllen. Hier sind die bewährtesten Wege im Überblick:

Den Weg zu einem Clean Core gibt es nicht von heute auf morgen – er ist eine bewusste Entscheidung und eine strategische Reise. Ob bei der Neueinführung eines Systems oder der Modernisierung einer bestehenden SAP-Landschaft: Unternehmen haben verschiedene Ansätze, um den SAP-Standard zu bewahren und trotzdem individuelle Anforderungen zu erfüllen. Hier sind die bewährtesten Wege im Überblick:

  • Greenfield: Der Greenfield-Ansatz bedeutet, ein SAP-System komplett neu aufzubauen – ohne die Altlasten bestehender Systeme zu übernehmen. Unternehmen entscheiden sich bewusst dafür, auf einer „grünen Wiese“ neu zu starten und alle Prozesse und Erweiterungen von Anfang an nach den Clean-Core-Prinzipien zu gestalten. Dabei werden nur diejenigen Standardprozesse übernommen, die für das Geschäftsmodell relevant sind, und alle Erweiterungen werden strikt über Erweiterungspunkte oder Side-by-Side-Architekturen realisiert. Ein Greenfield-Projekt bietet die größte Chance, ein wirklich sauberes, modernes und zukunftssicheres SAP-System zu etablieren, erfordert aber auch erhebliche Investitionen in Planung, Datenmigration und Change Management.

  • Brownfield: Beim Brownfield-Ansatz wird ein bestehendes SAP-System modernisiert, ohne es komplett neu aufzusetzen. Dabei geht es darum, die bestehende Systemlandschaft systematisch zu analysieren: Wo gibt es Modifikationen? Welche Altlasten verhindern eine schnelle Innovationsfähigkeit? Ziel ist es, alle überflüssigen oder problematischen Modifikationen zu identifizieren und zu eliminieren. Saubere Erweiterungen werden über neue Erweiterungsmechanismen umgesetzt. Brownfield eignet sich besonders für Unternehmen, die ihre bisherigen Prozesse und Investitionen nicht komplett aufgeben möchten, aber dennoch die Vorteile eines Clean Core realisieren wollen. Dieser Ansatz erfordert eine sorgfältige Vorbereitung, ein tiefes Verständnis der vorhandenen Prozesse und ein klares Zielbild für die künftige Systemarchitektur.

Werkzeuge und Services:

  • SAP BTP Extension Suite

  • SAP Steampunk (Embedded / Side-by-Side)

  • Key-User-Tools wie In-App Extensions

  • SAP Clean Core Guidelines und Best Practices

Grundprinzip: Alles, was nicht zwingend in den Kern gehört, bleibt draußen.

Herausforderungen und Mythen

Der Weg zu einem echten Clean Core ist nicht nur eine technische Reise, sondern vor allem ein kultureller Wandel. Immer wieder stoßen Unternehmen auf bestimmte Denkweisen, die den Fortschritt behindern. Mythen, Missverständnisse und Bedenken sorgen dafür, dass Clean-Core-Initiativen verzögert oder gar verhindert werden. Wer die häufigsten Herausforderungen kennt, kann gezielt gegensteuern und die Vorteile eines sauberen SAP-Systems konsequent nutzen.

Typische Aussagen:

  • „Geht bei uns nicht, weil unser Geschäftsmodell zu komplex ist.“

  • „Das dauert zu lange.“

  • „Unsere Entwickler müssen flexibel bleiben.“

Antworten:

  • Fast jede Branche hat Erfolgsgeschichten mit Clean Core.

  • Initialer Aufwand zahlt sich langfristig vielfach aus.

  • Flexibilität entsteht nicht durch Wildwuchs, sondern durch klare Erweiterungsarchitektur.

CIO und Entwickler müssen hier eine gemeinsame Sprache finden: Effizienz und Innovation lassen sich verbinden – wenn man bereit ist, alte Denkweisen abzulegen.

Fazit: Clean Core als Investition in die Zukunft

Die Umsetzung eines Clean Core erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch Erfahrung in der Auswahl der richtigen Architekturen, Erweiterungsstrategien und Tools. Hier kann ein kompetenter Partner entscheidend sein: Die CloudDNA GmbH unterstützt Unternehmen umfassend bei der Implementierung von Clean-Core-Strategien, bei der Entwicklung moderner Erweiterungen mit RAP und CAP sowie bei der Integration von Systemen wie S/4HANA, S/4HANA Cloud und SAP SuccessFactors. Mit praxiserprobtem Know-how, tiefem Technologieverständnis und einem klaren Fokus auf Zukunftsfähigkeit begleitet CloudDNA Unternehmen auf ihrem Weg in die neue SAP-Welt.

SAP Clean Core ist keine technokratische SAP-Vorgabe. Es ist eine Antwort auf reale Herausforderungen: Unternehmen stehen unter massivem Innovationsdruck, müssen gleichzeitig ihre Betriebskosten im Griff behalten und müssen sich schnell an neue Marktbedingungen anpassen. Ohne einen sauberen Kern wird jedes Update, jede Erweiterung und jede neue Technologieeinbindung zu einem potenziellen Risiko. Ein Clean Core stellt sicher, dass Systeme flexibel, effizient und zukunftssicher bleiben – eine essenzielle Grundlage für jedes moderne Unternehmen, das wettbewerbsfähig bleiben will.

Für CIOs: Es ist eine strategische Notwendigkeit.

Für Architekten: Es ist ein Designprinzip.

Für Entwickler: Es ist eine Chance, moderne Technologien sinnvoll einzusetzen.

Call to Action: Prüfen Sie Ihre aktuelle Systemlandschaft: Welche Altlasten verhindern eine schnelle Innovation? Wo könnten Sie noch heute erste Schritte Richtung Clean Core einleiten?

Denn am Ende wollen alle dasselbe: Ein SAP-System, das läuft, wenn die Innovation ruft.

Sie möchten den ersten Schritt Richtung Clean Core gehen oder bestehende Systeme zukunftssicher aufstellen?Kontaktieren Sie jetzt die Experten der CloudDNA GmbH – wir begleiten Sie mit Know-how, Best Practices und bewährten Methoden auf Ihrem Weg zu einem flexiblen, wartungsarmen und innovativen SAP-System.

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