Clean Core Architektur ist das strategische Ziel – doch viele Unternehmen stehen vor der entscheidenden Frage: Wie erreichen wir dieses Ziel in der Praxis? Welche Architekturkonzepte ermöglichen es, Erweiterungen zu entwickeln, ohne den SAP-Standard zu verändern? Und wie stellen wir sicher, dass Innovationen updatesicher, wartbar und skalierbar bleiben?

Stellen Sie sich vor: Ein Unternehmen will seine Vertriebsprozesse digitalisieren und möchte innerhalb weniger Monate neue Services integrieren. Mit klassischen Modifikationen wird dieses Vorhaben schnell zu einem riskanten Abenteuer. Mit einer modernen Clean-Core-Architektur hingegen – aufgebaut auf RAP, CAP und der SAP BTP – wird aus einem Kraftakt ein planbares Innovationsprojekt.

Genau hier setzt die neue Welt der SAP-Erweiterungsarchitektur an: Tools wie RAP (RESTful ABAP Programming Model), CAP (Cloud Application Programming Model) und die SAP Business Technology Platform (BTP) bieten strukturierte, skalierbare und zukunftssichere Wege, um Erweiterungen sauber aufzubauen und gleichzeitig die Vorteile eines Clean Core zu sichern.

In diesem Beitrag führen wir Sie durch die wichtigsten Konzepte der Clean-Core-Architektur und zeigen, warum Unternehmen, die auf diese Technologien setzen, langfristig agiler, schneller und erfolgreicher sind – und wie die CloudDNA GmbH Sie dabei unterstützen kann.

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Von der klassischen Erweiterung zur modernen Architektur

SAP-Systeme standen lange Zeit für unübertroffene Flexibilität – doch diese Flexibilität hatte ihren Preis. Früher bedeutete Erweiterung fast immer, direkt im SAP-Standard Hand anzulegen: Modifikationen an Programmen, eigene Erweiterungen an Tabellen, individuelle User-Exits und klassische BADIs.

Was kurzfristig funktional erschien, wurde langfristig zu einer massiven Hypothek. Mit jeder Modifikation entfernte sich das System weiter vom Standard und machte Upgrades, Innovationen und Cloud-Migrationen zu kostenintensiven und risikobehafteten Großprojekten.

Früher:

  • Erweiterungen erfolgten direkt im SAP-Standard (Modifikationen, User-Exits, klassische BADIs).
  • Jede Änderung war ein Risiko für Updates und Upgrades.
  • Systeme wurden immer komplexer und schwerer wartbar.

Eine kleine Geschichte aus der Praxis: Ein weltweit aktiver Logistikdienstleister wollte ein SAP-Upgrade durchführen. Statt der geplanten 3 Monate dauerte es 14 Monate, weil über 200 manuelle Anpassungen aus alten Modifikationen wiederhergestellt werden mussten. Innovation? Fehlanzeige – das gesamte Projektbudget floss in die Reparation der Vergangenheit.

Heute:

  • Erweiterungen erfolgen über klar definierte Schnittstellen und Frameworks.
  • Ziel: Updatesichere, lose gekoppelte Erweiterungen.
  • Fokus auf Wartbarkeit, Skalierbarkeit und Cloud-Fähigkeit.

Moderne SAP-Architekturen setzen auf ein konsequentes Clean-Core-Prinzip: Erweiterungen werden gezielt über In-App-Tools, Embedded Steampunk oder Side-by-Side-Entwicklungen auf der SAP BTP realisiert – und der SAP-Kern bleibt sauber und updatefähig.

Fazit: Die Clean-Core-Architektur ist keine Theorie, sondern ein zwingender Paradigmenwechsel für nachhaltige SAP-Entwicklung – und sie bildet die Grundlage für Innovationsgeschwindigkeit, Kosteneffizienz und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Einführung in RAP und CAP

Wenn Unternehmen heute über Erweiterungen in SAP S/4HANA und SuccessFactors nachdenken, reichen klassische Ansätze nicht mehr aus. Es geht nicht mehr darum, irgendwo schnell einen User-Exit zu füllen – sondern darum, Erweiterungen sauber, wartbar und cloudfähig aufzubauen. Zwei wesentliche Bausteine der modernen SAP-Welt sind dabei RAP und CAP.

RAP (RESTful ABAP Programming Model):

  • Entwickelt für Erweiterungen innerhalb von S/4HANA.
  • Ermöglicht die Erstellung von servicebasierten, Cloud-fähigen Anwendungen direkt auf dem ABAP Stack.
  • Basiert auf definierten Schichten (Datenmodell, Service-Definition, Business-Logik).
  • Perfekt für In-App-Entwicklungen auf S/4HANA On-Premise und S/4HANA Cloud (Private Edition).

CAP (Cloud Application Programming Model):

  • Fokussiert auf die Entwicklung von Erweiterungen auf der SAP BTP.
  • Programmiersprachen: Node.js, Java oder ABAP (mit Embedded Steampunk).
  • Ideal für Side-by-Side-Erweiterungen und Microservices-Architekturen.
  • Stärke: Trennung vom SAP-Kernsystem, hohe Skalierbarkeit, Integration externer Systeme.

Story aus der Praxis: Ein internationales Industrieunternehmen stand vor der Herausforderung, seine globale HR-Prozesslandschaft zu modernisieren. Anstatt SuccessFactors direkt zu modifizieren, entschied sich das Unternehmen – unter Beratung der CloudDNA GmbH – für eine Erweiterung über eine CAP-basierte Anwendung auf der SAP BTP. Diese Anwendung integrierte externe Talent-Management-Services, verwaltete zusätzliche Mitarbeiterdaten und stellte neue Self-Service-Features für Mitarbeiter weltweit bereit – ohne eine einzige Modifikation im SAP-Standard. Das Ergebnis: Schnellere Rollouts, geringere Wartungskosten und ein klarer Migrationspfad in Richtung weiterer Cloud-Innovationen.

Diese Praxisbeispiele zeigen: RAP und CAP sind nicht nur neue Akronyme, sondern Schlüsseltechnologien für die Zukunft der SAP-Entwicklung.

Unterschied: In-App, Embedded Steampunk und Side-by-Side

Nicht jede Erweiterung ist gleich. Je nach Komplexität, Flexibilität und Anforderungen an Updatesicherheit gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Erweiterung in der SAP-Welt umzusetzen. Dabei ist die Wahl der richtigen Strategie entscheidend für den Erfolg eines Clean-Core-Ansatzes.

Viele Unternehmen denken bei Erweiterungen immer noch zu kurzfristig: Schnell ein Feld ergänzen, eine Tabelle erweitern oder eine kleine Business-Logik ändern – doch genau diese kleinen Eingriffe können langfristig hohe Wartungskosten und Innovationsblockaden verursachen.

Eine wahre Clean-Core-Strategie erfordert ein bewusstes Architekturdesign: Wo passt eine In-App-Erweiterung? Wann lohnt sich Embedded Steampunk? Und wann sollte man konsequent auf eine Side-by-Side-Lösung auf der SAP BTP setzen?

In-App Extensions:

  • Erweiterungen direkt in S/4HANA über Key-User-Tools (Custom Fields and Logic, Business Rules).
  • Geeignet für kleinere Erweiterungen oder spezifische Anpassungen ohne Entwicklungsaufwand.

Embedded Steampunk:

  • Cloud-optimierte ABAP-Entwicklung innerhalb S/4HANA Cloud (Public Edition).
  • Nutzung des ABAP RESTful Programming Models (RAP).
  • Ideal, um in der Cloud updatesichere ABAP-Services zu erstellen.

Side-by-Side Extensions:

  • Eigenständige Anwendungen auf der SAP BTP (meist mit CAP).
  • Stärker entkoppelt vom SAP-Kern, maximale Innovationsfreiheit.
  • Optimal für komplexe Erweiterungen oder Integrationen mit mehreren Systemen.

Praxisbeispiel: Ein Kunde der CloudDNA stand vor der Wahl: Die Erweiterung eines komplexen Preisfindungsprozesses. Statt in den Standard einzugreifen, entschied er sich für eine Side-by-Side-Erweiterung mit CAP auf der SAP BTP. Ergebnis: Ein flexibles, skalierbares Servicesystem, das sowohl S/4HANA als auch externe Verkaufskanäle bedient – ohne jegliche Kernmodifikation.

Merksatz: Je kritischer die Updatesicherheit und Skalierbarkeit, desto sinnvoller wird der Side-by-Side-Ansatz.

Best Practices für Architekten

Die Wahl der richtigen Erweiterungsstrategie ist kein Zufallstreffer – sie ist das Ergebnis kluger Architekturentscheidungen, klarer Regeln und eines tiefen Verständnisses für SAP-Technologien. Gerade in einer Clean-Core-Welt entscheidet die Qualität der Architektur darüber, wie flexibel, wartbar und innovationsfähig Ihr SAP-System langfristig bleibt.

Architekten tragen eine entscheidende Verantwortung: Sie müssen frühzeitig bewerten, welcher Erweiterungsansatz sich eignet, welche Technologien eingesetzt werden sollten und wie die Trennung zwischen Kernsystem und Erweiterungen diszipliniert gewahrt bleibt. In diesem Abschnitt finden Sie bewährte Best Practices, um Clean Core nicht nur als Strategie, sondern als gelebte Realität in Ihren SAP-Projekten zu etablieren.

  • Erweiterungsstrategie definieren: In welchen Fällen In-App, wann Embedded Steampunk, wann Side-by-Side?
  • Strikte Trennung von Kern und Erweiterung: Keine direkten Modifikationen!
  • Moderne Technologien nutzen: RAP für interne Erweiterungen, CAP für externe Erweiterungen.
  • Dokumentation und Governance etablieren: Jeder Extension-Pfad muss nachvollziehbar und wiederverwendbar sein.
  • Frühzeitige Cloud-Readiness prüfen: Auch bei On-Premise-Systemen die Cloud-Fähigkeit mitdenken.

Zitat eines Enterprise Architects:

„Wer heute noch Erweiterungen hart in den SAP-Standard einbaut, programmiert aktiv gegen seine eigene Zukunft.“

CloudDNA als Partner für Ihre Clean-Core-Architektur

Die CloudDNA GmbH unterstützt Unternehmen dabei, Clean Core nicht nur strategisch zu denken, sondern technologisch umzusetzen. Unsere Leistungen:

  • Architekturberatung für Clean-Core-Extension Strategien
  • Entwicklung von RAP-basierten Erweiterungen in S/4HANA
  • Entwicklung von CAP-Anwendungen auf der SAP BTP
  • Trainings und Enablement für SAP-Teams

Warum CloudDNA?

  • Tiefe Expertise in SAP-Technologien und Architekturen
  • Erfahren in komplexen Integrations- und Erweiterungsprojekten
  • Leidenschaft für wartbare, zukunftssichere SAP-Systeme

Call to Action: Sie wollen Ihre Erweiterungsstrategie neu denken und Ihr SAP-System fit für die Zukunft machen? Kontaktieren Sie die Clean Core Experten der CloudDNA GmbH und starten Sie Ihre Innovationsreise noch heute!

Nächster Teil der Serie: „Erfolgreich zu Clean Core migrieren: Greenfield, Brownfield, Selective Transformation“ hier gehts zum Artikel