SAP CDS Views

SAP hat mit dem SAP Netwaever 7.4 eine Evolution gestartet. Mit der Einführung der ABAP CDS Views ermöglich SAP einen Code-Pushdown. Damit erfolgt eine Verlagerung der rechenintensiven Selektion auf Aufbereitung von Daten in die darunterliegende Datenbank. SAP verabschiedet sich dadurch also vom Ansatz die Datenbank „nur“ als stupiden Datenspeiche zu verwenden. Man hat sich also entschieden den Data-to-Code durch den Code-to-Data Ansatz zu ersetzen. CDS steht für Core Data Services. Sie ersetzen bzw. kapseln komplexe SQL Anweisungen. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle auf welcher Datenbank Ihr System läuft. Es wird sowohl die SAP HANA Datenbank unterstützt als auch Datenbanken anderer Herstellers wie Oracle, IBM DB2 oder Microsoft SQL Server. Die Technologie wurde mit jedem Support Package weiter ausgebaut. Sie ermöglicht Ihnen eine einfache, intuitive und wiederverwendbare Entwicklung.

Entwicklung von SAP CDS Views

Die Entwicklung von ABAP CDS Views erfordert die Verwendung von ADT. Dabei handelt es sich um die ABAP Development Tools for Eclipse. Das ist ein Plugin für die allseits beliebte Eclipse IDE. CDS Artefakte werden zwar in Eclipse erstellt, dahinter wird jedoch zusätzlich zur sogenannten DDL Source eine SQL View im Data Dictionary angelegt. CDS bildet auch die Grundlage für das Restful ABAP Programming Model. Damit kann sowohl für S/4 HANA als auch für die ABAP Umgebung in der SAP Cloud Platform entwickelt werden. CDS Views werden in der Datenbank mit Standard DDL Befehlen auf SQL Views umgesetzt und entsprechen damit dem SQL92 Standard.

Vererbung und Wiederverwendbarkeit

ABAP CDS Views bieten gegenüber klassischen SQL Views einen gravierenden Vorteil. Sie können nahezu beliebig erweitert werden. Jedoch bieten sie ausschlielich lesenden Zugriff auf die darunterliegenden Datenbanktabellen. Sie können in ABAP direkt verwendet werden. Im Gegensatz zu SAP HANA Calculation Views müssen Sie keine Proxy Objekte anlegen. Neben der klassischen Verwendung von in ABAP Reports und Klassen wird speziell für CDS Views das ALV for Integrated Data Access (AVL 4 IDA) ausgeliefert. Damit können Sie in einem ALV verwenden ohne Daten im Applikationsserver aufbereiten zu müssen. Jede Operation, egal ob Filtern, Sortieren, Gruppieren oder Scrollen löst einen Roundtrip zum Server aus und lädt nur jene Daten die im sichtbaren Bereich der Benutzerobfläche dargestellt werden.

ABAP CDS und OData

Das OData Protokoll bildet die Grundlage aller SAP Fiori und SAPUI5 Apps. OData Services können auf unterschiedliche Arten erstellt werden. Mit Hilfe von CDS Views kann die Entwicklung von OData Services signifikant beschleunigt werden. Sie können CDS Views direkt als OData Service veröffentlichen. Sie können aber auch die Read und Query Methode eines OData Service auf eine bestehende CDS View mappen. Der Vorteil liegt darin, dass Sie Filter nicht explizit implementieren müssen, da diese von der View abgebildet werden. Aus unserer Projekterfahrung können wir bestätigen das die Verwendung von CDS die Entwicklerproduktivität massiv steigern kann. Dies setzt voraus dass ein grundlegendes Wissen über die Funktionsweise von CDS Views vorhanden ist.